FRID*EX: Crossover-Spaß und Gin-Gedichte

by Markus Deisenberger
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FRID* EX heißt das Konzept, das seit ein paar Jahren im Restaurant Mirabell des Salzburger Sheraton Grand für Furore sorgt. Doch nicht nur wer mit einem kulinarischen Aha-Erlebnis ins Wochenende starten und danach bei cooler Live-Musik einen Cocktail an der Bar genießen will ist im Sheraton Grand richtig, sondern auch beim Sonntags-Lunch und à la carte wird hier einiges geboten.

Erstklassiges Essen, bei dem man Spaß hat und Sachen probieren kann, die man sonst nicht probieren würde? Gibt es, und zwar bei FRID* EX, was sich von »Friday Experience« ableitet und am Freitag von 18.00 bis 21.30 Uhr im Sheraton Restaurant Mirabell eine andere Art des Abendessens verspricht. Im Zentrum des Geschehens steht eine kleine spezielle Karte mit sechzehn, in Vorspeisen, Suppen, Hauptspeisen und Desserts unterteilten und durch- nummerierten Gerichten. Das Spezielle daran ist, dass nur die Zutaten auf der Karte stehen, was den Effekt hat, dass der Gast nicht weiß, wie die einzelnen Zutaten kombiniert und zubereitet wurden. Bei einer Kombination, wie etwa Saibling/Apfel/Mandel ist vieles denkbar. Gebraten, gebacken oder doch sautiert? Aufschluss bringt erst der Serviervorgang, der zum Aha-Erlebnis wird und am Tisch für Geselligkeit sorgt. Selbst bei Kombinationen, die beinahe logisch wirken, wie etwa Lamm/Bernays/Dill-Kartoffelpüree oder Topfen/Heidelbeere/Weiße Schokolade kann man sich nicht ganz sicher sein, ob nicht doch ein völlig anderes als das erwartete Ergebnis auf den Tisch kommt. Das sorgt für Spannung.

FRID* EX for Fun

Bestellt wird mittels Post-it und Stiften, was ganz einfach geht: Alle Gerichte sind von 1 bis 16 durchnummeriert, und jedes Gericht hat eine Nummer. Wer sich für ein bestimmtes Gericht entschieden hat, schreibt dessen Nummer auf ein Post-it und klebt es auf den vor ihm stehenden Glasstab und signalisiert dadurch dem Service, den gewünschten Gang zu bringen. Eine Reihenfolge, wie bestellt wird, ist dabei nicht vorgegeben. Man muss also nicht mit der Vorspeise starten, sondern kann, wenn einem danach ist, auch mit dem Dessert beginnen. Oder zuerst der Hauptgang, gefolgt von einem weiteren Hauptgang? Der Kombination sind keine Grenzen gesetzt, dem Spaß ebenso wenig. Wenn ein Gang besonders schmeckt, kann man ihn auch mehrfach ordern. Die Küche und das Service sind jedenfalls flexibel genug, um auf jede individuell gewünschte Reihenfolge eingehen zu können.

Zwischen den Gängen sorgt das Rätsel- raten, was sich etwa hinter einem »Hühner-Lollipop« verbirgt, für Gesprächsstoff. Die Portionen sind entsprechend klein, damit sich möglichst viele verschiedene Erfahrungen sammeln lassen. Man kann sich also nach Herzenslust »all you can eat« durchkosten, und das Menü wechselt jede Woche. Bei unserem Besuch haben uns das Pilz-Stroganoff mit frischen Eierschwammerln und herrlich buttrigen Nockerl und der Wolfsbarsch mit Spinat und Karfiol überzeugt. Die Selleriesuppe bezauberte durch ihren zarten Schmelz, und das Roastbeef kam mit einer Sauce Rémoulade, für die manch einer töten würde. Auch das Apfel-Mürbteig-Küchlein mit Zimt war hervorragend, besonders angetan aber hat es uns eine Biscuitschnitte mit Sanddorn. Da gehen auch mal zwei, drei Nachspeisen, ohne dass man sich schämen müsste. Danach noch ein Lamm auf Dill-Kartoffel-Püree? Kein Problem. Nach dem Spaß am Dinner-Table kann man entspannt in den Abend und ins Wochenende gleiten, denn von 17.00 bis 21.00 Uhr spielt freitags ein Pianist, und danach, von 21.00 bis 24.00 Uhr, wird erstklassige Live-Musik geboten. Mal zeigt ein Gitarrist sein Können, mal eine Saxophonistin, oft mit Gesang, immer aber geschmackvoll entspannt. Dazu mixt Barkeeper Markus seine Lieblingscocktails. Derzeit sind das ein »Gin-Basil-Smash«, für den frisches Basilikum, Zitronensaft und Gin zu einem herrlich frischen Cocktail geshaket werden, oder eine Eigenkreation namens »La Finta Giardinera«. So heißt eine Oper, die Mozart einst für den Münchner Fasching schrieb und deren Titel man am besten mit »Die Gärtnerin aus Liebe« übersetzt. Das genaue Rezept dieses Signature-Drinks ist zwar ein Geheimnis. Aber so viel sei verraten: Ein Gedicht aus Gin, Holundersirup, Passionsfrucht, frischem Limettensaft, Eiweiß und dem Mark zweier frischer Himbeeren wird mit Sekt aufgegossen und am Schluss mit Limetten- und Himbeerabrieb perfektioniert. Himmlisch.

Lunch-Buffet und à la carte

Sehr beliebt ist auch das Lunch-Buffet. Jeden Sonntag lässt sich im Restaurant Mirabell von 12.00 bis 14.30 Uhr bei Live-Pianomusik genießen, was Küche und Patisserie des 5-Sterne-Hauses hergeben. Und: Hier weiß man offenbar ganz genau, was ein Buffet können muss und was es nicht können kann, denn es wechseln einander Speisen, die sich gut über die Dauer des Lunches frisch halten lassen, wie etwa verschiedene Blattsalate, aber auch Roastbeefröllchen mit Brunnenkresse (im Vorspeisen-Buffet) mit solchen ab, die in einer Showküche vor Ort frisch zubereitet werden, weil sie nur so den hohen Ansprüchen von Chefkoch Robert Chlopinski gerecht werden, etwa Garnelen mit Wok-Gemüse (im Hauptspeisen-Buffet) oder frische Palatschinken (im Nachspeisen-Buffet). An diesem Buffet wird also vor dem Gast gekocht, tranchiert und filetiert, dass es eine Freude ist dabei zuzusehen.

Mit Robert Chlopinski hat man sich in Salzburg zudem einen Chefkoch geangelt, der sich bereits durch die großen Häuser dieser Welt gekocht hat und zu- letzt im Ritz Carlton, dem Sheraton in Dubai und dem Westin in Doha zugange war. Jetzt hat es den gebürtigen Rostocker, der sich schon viele Awards erkocht und das brasilianische und das japanische Fußball-Team bei der WM bekocht hat, daher genau um Unterschiede und Nuancen der internationalen Küche Bescheid weiß, wieder nach Europa verschlagen. Gut so.

Stilistisch mag er es eher unkompliziert, erzählt er uns. Das Gericht müsse für sich sprechen. »Zwei, drei Komponenten, nicht vierzehn« will er auf dem Teller sehen. Keine Türmchen und Komponenten-Schlachten also, sondern Klarheit und Direktheit. Uns gefällt das sehr, denn Chlopinskis Küche ist einfach im Ausdruck, dafür umso komplexer im Geschmack, was sich auch zeigt, wenn man à la carte bestellt:

Ein Hirschschinken mit knackigem Salat auf Balsamico-Vinaigrette ist einfach, gut, und einfach gut. Der Rehrücken mit Walnuss-Mash, einer wunderbaren Kreation aus Mashed Potatoes und Walnüssen, und einer Portwein-Jus ist ein Herbstgericht, wie es sein soll: Herzhaft, aber dabei niemals derb, sondern phantasievoll und fein. Und das in Marzipan gebackene Vanilleeis, das auf karamellisiertem Kürbis, leicht mit Sternanis, Zimt und Balsamico abgeschmeckt, kommt, ist selbst für einen Menschen, der Marzipan nicht zu seinen Lieblingssüßspeisen zählt, wie mich, eine Überraschung und ein »Game-Changer«: Ich werde Marzipan fortan wieder eine Chance geben, versprochen, vor allem, wenn es so subtil mit Kürbis und leichtem Säurespiel abgefedert wird.

Unser Fazit:

Ob nun FRID* EX, Sonn- tags-Lunch oder à la carte, es gibt eine Menge Gründe, das Salzburger Sheraton Grand zu besuchen, es in seiner Vielfalt zu genießen und sich mit erstklassigem Essen überraschen und letztlich auch bespaßen zu lassen.

FOTOS ANDREAS KOLARIK, STEFAN FAULLEND

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