Urbig und urban – Zu Gast im Sternbräu

by Michaela Hessenberger
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Es sind nur wenige Schritte von einem kulinarischen Konzept zum zweiten – und zum dritten: Im STERNBRÄU lässt sich locker ein ganzer Tag verbringen, vom Business- Frühstück über das Mittagessen im Familienkreis bis hin zur Date-Night bei Pizza und Cocktails. Ein Streifzug durch ein Haus im Herzen der Altstadt, das Geschichte mit dem Willen zur Weiterentwicklung kombiniert.

Morgens, neun Uhr in Salzburg. Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee liegt in der Luft, während Croissants die Küche in Richtung SternLounge verlassen. »Guten Morgen« wünscht die beschwingte Bedienung. Die ersten Gäste des Tages kommen aus der Getreidegasse sowie von der Griesgasse und nehmen Platz. Paare sind ebenso unter ihnen wie Salzburger Geschäftsleute, die ihre Laptops in Stellung bringen und die Tageszeitung durchblättern. Für sie gibt es ein flottes Frühstück auf dem Weg zum nächsten Termin. Doch auch Genießer und Langschläfer kommen auf ihre Kosten. Bis 11.30 Uhr werden die knusprigen französischen Hörnchen serviert; für den größeren Hunger stehen Variationen mit Klassikern wie Schinken, Räucherlachs und weichem Ei auf der Karte, angerichtet auf Etageren.

In den vergangenen Jahren hat sich das Stammhaus, das STERNBRÄU, völlig neu aufgestellt. Neben dem traditionsreichen Wirtshaus gibt es die lässige SternLounge und für Liebhaber der italienischen Küche das La Stella. Sein altes Image vom großen Wirtshaus voller Busreisender hat das urige STERNBRÄU seit dem Umbau 2014 abgelegt und sich zu einem Ort für Einheimische und Kosmopoliten entwickelt. Panoramafenster, großzügige Architektur und hohe Räume stehen für Offenheit und Weitblick, die man hat einziehen lassen. Urige Stuben sind ebenso erhalten geblieben, wie der wunderschöne Gastgarten mit altem Baumbestand. »Wir sehen uns als Treffpunkt für Einheimische, Touristen und Festspielgäste. Sie alle sitzen nebeneinander an den Tischen und genießen das Altstadtflair«, bringen es die STERNBRÄU- Wirtsleute Harald Kratzer und Eva Kratzer-Burgstaller auf den Punkt.

Das STERNBRÄU blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1542 reicht, gibt er zu bedenken. Als eine der ältesten Gaststätten der Stadt hat es Generationen von Einheimischen und Reisenden satt und zufrieden gemacht. Seit der Ursprungszeit als Brauhaus wandelte es sich mehrfach und erhielt sein heutiges, umfassend renoviertes Erscheinungsbild, das historische Substanz mit modernem Flair verbindet. Über die Jahrhunderte ist das Haus ein wichtiger Treffpunkt geblieben und steht heute für Salzburger Wirtshauskultur, die Tradition und Wandel gleichermaßen feiert.

Typische Gerichte ins Hier und Jetzt geholt

Apropos Tradition. Ein Abstecher in die Küche zeigt, dass hier die österreichischen Klassiker zu Hause sind und auf neu inszenierte Köstlichkeiten treffen. Schnitzel, Zwiebelrostbraten und Krenfleisch sind beliebt und dürfen auf der Karte nicht fehlen. Wer es leichter mag, wird mit Zander, Lamm oder Spinatknödeln glücklich. Küchenchef Michael Pratter betont die Vielfalt der österreichischen Esskultur, ohne sich in Klischees zu verlieren. Sein Stil kombiniert bodenständige Gerichte mit einem frischen Ansatz, der sich an saisonalen und regionalen Zutaten orientiert. Die Speisekarte wirkt vertraut und zugleich überraschend, indem Pratter traditionelle Rezepte respektvoll neu interpretiert und auf moderne Weise serviert. So entsteht eine unaufgeregte Küche, die durch Klarheit und Authentizität anspricht. Ideal für das STERNBRÄU, das nicht nur Sonntagmittag ein gefragter Ort zum Mittagessen im Kreise von Familie oder Freunden ist. Dazu gibt es das hauseigene, dotterfarbene und naturtrübe Sternbier.

Die Küche kommt bei den Gästen jedenfalls gut an, wie ein Blick auf die Zahlen verrät: »Bis zu 3000 Gerichte schicken wir täglich an die Tische. An einem Spitzentag können es schon einmal 400 Schnitzel oder 120 Portionen Spinatknödel sein«, sagt Souschef Benjamin Adam. 150 Mitarbeiter aus mehr als 25 Nationen arbeiten im ganzen Haus mit, um beste Qualität Dank regionaler Zutaten auf den Tisch zu bringen. 40 Schweinenacken und zehn Rinderbrüste verarbeitet das Team. Jeden Tag. »Die Bratwurst wird nach unserem Rezept hergestellt, die Semmelknödel sind handgerollt. Heimisches vom Tauernlamm ist uns ebenso wichtig wie knackiges Gemüse vom Bauern aus Wals«, erzählt er und richtet eine Portion Krenfleisch an – eines der meistbestellten Gerichte auf der Speisekarte. Über das gekochte Rindfleisch gibt er klein gewürfeltes Wurzelgemüse, an die Seite gießt er einen Schöpflöffel Suppe. Selbst gemacht, versteht sich. »Eine Portion PSK, bitte«, ruft er über die Schulter und schon kommt eine Köchin und legt die Petersilienkartoffeln auf den Teller. Schnittlauch und Kren darüber, fertig ist der Teller. Beim Verkosten hat das Gemüse noch Biss, das Fleisch ist mürbe gekocht. Ein Genuss für alle, die bodenständige heimische Gerichte verehren.

Tapas, Pizza und Afterwork-Drinks

Doch aus der Küche kommen nicht nur Klassiker. In der SternLounge genießt man Salzburger Tapas zum Afterwork. Auf kleinen Tellern kommen bereits ab € 6,40 fein angerichtete Spezialitäten daher. Cremiger Schafsfrischkäse mit gegrilltem Gemüse, Pesto und Olivenbrot beispielsweise. Oder die Minibratwurst mit Kartoffelpüree und Rahmsauerkraut. Doch was wäre ein Haus des Genusses mitten in der Mozartstadt ohne die berühmten Salzburger Nockerl? Auch die gibt es in Tapas-Größe. »So sind sie ideal zum Kosten, denn eine große Portion kann üppig sein«, rät das Team im Service. Diese Leute sind die richtigen Ansprechpartner, wenn es um Drinks geht, während der Tag langsam endet. Sie mixen Longdrinks und Cocktails, während Gäste in entspannter Atmosphäre plaudern.

Wem der Sinn nach dem Geschmack Italiens steht, der ist in der Trattoria La Stella richtig. Sie liegt dem STERNBRÄU gegenüber, die beiden Gebäude trennen nur ein paar Schritte. Beim Betreten singen Al Bano und Romina Power »Felicità« und Pizzakoch Filippo zieht ein knusprige »Sophia Loren« aus dem Ofen. Der Teig ist belegt mit Büffelmozzarella, Cocktailtomaten und frischem Basilikum. Che delizioso!

Unser Fazit: Um Köstliches aus mehreren Welten zu genießen, reicht es sich im »STERNBRÄU-Bezirk« aufzuhalten. Zwischen dem Traditions-Wirtshaus, der Stern- Lounge und La Stella geht es von 9.00 Uhr den ganzen Tag hindurch bis 2.00 Uhr morgens genussvoll zu – ganz nach dem Motto: »Gern im Stern, von früh bis spät«.

STERNBRÄU
Griesgasse 23,
Tel. 0662 84 21 40www.sternbrau.at

FOTOS: Andreas Kolarik, Sternbräu

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