Das Salzburger Klassik-Highlight des Winters präsentiert eine Neuinszenierung von Mozarts »Entführung aus dem Serail«.

Ein »Laboratorium der unterschiedlichen zurzeit existierenden Mozart-Stile« verspricht Maren Hofmeister, die Künstlerische Leiterin der Stiftung Mozarteum, für die Mozartwoche 2018. Es gehört zur Tradition der Mozartwoche, das Werk Mozarts aus immer wieder anderen Blickwinkeln zu präsentieren, neue, bisher unbekannte Verbindungen und Perspektiven aufzuzeigen – und dies mit den weltweit besten InterpretInnen unserer Zeit. So wird die Mozartwoche 2018 mit einer Neuinszenierung der »Entführung aus dem Serail« eröffnet. Die musikalische Leitung übernimmt René Jacobs, der zu den führenden Persönlichkeiten der Alten Musik und der Mozart-Interpreten zählt; Regie führt Andrea Moses. Es ist eine doppelte Premiere, denn René Jacobs hat bisher keine szenische Aufführung der »Entführung« dirigiert, und die deutsche Regisseurin Andrea Moses gibt mit dieser Produktion ihr Debüt in Salzburg. »Moses bringt Menschen auf die Bühne und keine Abziehbilder, sie zeichnet die Bühnenfiguren mit Charakter, Tiefe, Poesie und Humor«, so Hofmeister. An ihrer Seite haben sie ein hervorragendes junges Sänger-Ensemble, das die Rollen nicht nur musikalisch verkörpert, sondern auch szenisch glaubwürdig die Charaktere und deren Seelenleben wiedergibt. Neben Robin Johannsen (Konstanze), Nikola Hillebrand (Blonde), Sebastian Kohlhepp (Belmonte), Julian Prégardien (Pedrillo) und David Steffens (Osmin) wird der Schauspieler Peter Lohmeyer als Bassa Selim zu erleben sein.

Die ersten Jahre Mozarts in Wien und seine Beschäftigung mit den Partituren Johann Sebastian Bachs stehen im Mittelpunkt des Konzertsprogramms der Mozartwoche 2018. So ziehen sich Kompositionen Bachs und seiner Söhne ebenso wie die anderer Zeitgenossen als roter Faden durch das Programm – beispielweise bei den Konzerten der Capella Andrea Barca und Sir András Schiff oder des Mozarteumorchesters Salzburg unter der Leitung von Riccardo Minasi. Mit einem reinen Mozart-Programm werden die English Baroque Soloists unter dem Dirigat von Sir John Eliot Gardiner zu Gast sein. Die Wiener Philharmoniker, seit Gründung des Festivals zentraler Bestandteil der Mozartwoche, werden wieder mit drei Konzerten zu erleben sein: unter der Leitung von Alain Altinoglu, Robin Ticciati und Valery Gergiev. In diesen Konzerten trifft Mozart auf die Komponisten Edward Elgar, Georges Bizet und Tschaikowsky. Wie unterschiedlich Mozart interpretiert werden kann, werden neben den großen Orchestern auch zahlreiche Solisten zeigen – wie Daniel Barenboim, Robert Levin, Piotr Anderszewski oder Renaud Capuçon. Zudem wird es einige Debüts bei der Mozartwoche geben, die einen frischen Blick auf Mozart werfen: der Pianist David Fray, die weltweit gefeierte Sopranistin Marlis Petersen, das Schumann Quartett sowie das B’Rock Orchestra, begleitet von der jungen deutschen Sängerin Anna Lucia Richter.

Der deutsche Komponist, Dirigent und Klarinettenvirtuose Jörg Widmann wird im Rahmen des neuen Formats »Porträt« auf vielseitige Weise das Programm der Mozartwoche 2018 begleiten. So wird eine österreichische Erstaufführung seines Klarinettenquintetts dem von Mozart gegenübergestellt; weitere Werke von ihm treffen in einem Konzert mit der Camerata Salzburg auf Mozarts g-Moll-Symphonie, KV 550. Dieser Dialog verspricht eine faszinierende Auseinandersetzung mit Mozarts Werk im Spiegel einer zeitgenössischen Komposition.

Einführungsvorträge, Podiumsgespräche – u.a. mit der österreichischen Schriftstellerin Eva Menasse und dem Philosophen Richard David Precht – und ein umfangreiches Filmprogramm ergänzen das Programm der Mozartwoche.

 

Stiftung Mozarteum Salzburg
Karten und Info im Kartenbüro: Theatergasse 2, Tel. 0662 87 31 54,
tickets@mozarteum.at, www.mozarteum.at

 

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