Die Mischung aus Bistro, Bar und hauseigenem Wein- und Spezialitätenhandel macht es möglich, dass man im Magazin Salzburg den ganzen Tag verbringen kann. Von Frühstück bis Dinner, von Kosten bis Verkosten. Für sinnliche Freuden ist mehr als nur gesorgt und für ein besonderes Maß an Geselligkeit sorgt das Prinzip des »Sharings«.

Hand aufs Herz: Wie viele Lokale kennen Sie, in denen man vorzüglich speisen kann, in denen man sich aber auch nur treffen kann, um gemeinsam mit Freunden gemütlich ein Glas Wein zu trinken und zu plaudern? Orte, an denen in lockerer Atmosphäre südländische Lebensart gepflegt wird, gibt es in unseren Breitengraden bedauerlicherweise nur wenige. Das Magazin Salzburg ist da eine wohltuende Ausnahme. Nicht nur abends, sondern auch mittags und neuerdings auch morgens zum Frühstück hat man geöffnet. Den ganzen Tag also wird gekocht, und man kann hierherkommen, um ein Gläschen zu trinken, eine Kleinigkeit zu essen oder das volle Programm zu absolvieren. Wichtig dabei ist laut Geschäftsführerin Claudia Katterbauer: »Im Magazin darf man alles, aber nichts muss man.«

Schon frühstücken lässt sich hier vorzüglich: Zwischen Klassikern wie Rührei mit Schnittlauch, Lachs mit Toast oder herrlich buttrigen Croissants schummeln sich auch freche Neulinge wie Pancakes mit frischen Beeren, Avocado-Sandwiches mit Pesto, Ziegenkäse und Blattspinat oder die fleischlichere Variante mit Pastrami, Feige, Honigsenf und Rucola. Dazu gibt es frisch gepressten Orangensaft oder ein Glas Prosecco. Besonderer Tipp: Ein »Pet Nat«, kurz für »Pétillant Naturel«, das ist der neue Prosecco, wenn man so will, der ohne äußeres Zutun nur eine einzige Gärung durchläuft, was zu spannenden Ergebnissen führt.

Die verschiedenen Speisen werden beim Frühstück auf Etagéres geschlichtet, von denen sich jeder nach Herzenslust bedient. So kann man eine besonders kommunikative Form des gemeinsamen Frühstücks zelebrieren.

Oder stellen Sie sich ein anderes Setting vor: Ein eisgekühlter Grüner Veltliner von Fritsch, dazu Weißbrot, Aioli oder ein Schüsselchen Picholine Oliven. Mehr braucht es nicht für einen entspannten Einstieg in einen lauschigen Abend. Wenn der Hunger kommt, wechselt man einfach ins Bistro oder man nascht einfach am Stehtisch oder an der Bar weiter, vom Roast Beef etwa, das asiatisch mariniert mit leichtem Augenzwinkern »Kung Fu Roast Beef« genannt wird. Oder eine Portion sorgfältig aufgeschnittenen Beinschinken vom Thum, von dem jede Woche zwei große Keulen geliefert werden. Im Bistro selbst hat sich das Konzept des »Sharings« bewährt. Das heißt: Die Speisen werden in die Mitte des Tisches gestellt und jeder bedient sich. »Geshart« oder geteilt – wie immer man auch dazu sagt – wird natürlich nur auf Wunsch. Aber bei den Gästen kommt diese südländische Art des Essens und Genießens gut an, denn das Dilemma, das jeder von uns kennt, dass man nämlich mehrere Dinge kosten will, weil sie so köstlich klingen, dafür aber der Hunger nicht reicht und man sich schließlich zähneknirschend auf nur ein, zwei Gerichte beschränken muss, gibt es hier nicht. Man kostet sich durch, und von dem Gericht, das einem am besten schmeckt und daher am schnellsten aufgegessen ist, bestellt man einfach noch eine Portion. Auch wir entscheiden uns für einen bunt angerichteten Tisch mit mehreren Gerichten. Neben herzhaften Pimientos de Padron haben wir uns für ein Beef Tatar entschieden, das ganz klassisch und so wie es sich gehört, hauchdünn geschnitten und zurückhaltend gewürzt die Stärke der Fleischqualität in den Vordergrund rückt. Dazu gibt es Garnelenspießchen mit Aioli und Limone und – ein Klassiker des Hauses – Thunfisch mit Avocado und Limetten-Mango-Dressing. Neu und unvergleichlich sind die Trüffel-Crostinis: Mit einer Scheibe Burrata belegtes und mit Trüffel-Ketchup bestrichenes Weißbrot wird im Ofen gratiniert und mit großzügig drübergehobelten schwarzem Sommertrüffel serviert. Ein heißer, explosiver Geschmack entfaltet sich da im Mund, den man so schnell nicht mehr loswird. Sagenhaft.

Wer den asiatischen Einschlag sucht, sollte mit dem bereits erwähnten »Kung-Fu«-Roastbeef mit Asia-Lack oder einem Neuling glücklich werden, der sich binnen kürzester Zeit zum Renner entwickelt hat: Kung Pao – so nennt sich knusprig gebackener, mit Cashews bestreuter Karfiol, der mit Frühlingszwiebeln asiatisch mariniert und mit Stäbchen serviert wird – ein vegetarisches Zwischengericht, wie es leichter und cooler nicht sein könnte. Danach müssen wir noch den ohne Mehl, nur mit geriebenen Mandeln und mit Rohkakao gebackenen Schokoladekuchen probieren, der sich ebenfalls als Volltreffer erweist.

Für die passende Weinbegleitung sorgt Raimund Katterbauer. Seit dreiundzwanzig Jahren schon ist er im Weinhandel tätig und steht wie kaum ein anderer für europäische Offenheit: »Wichtig ist nicht, dass ein Wein aus Österreich kommt. Wichtig ist, dass er gut ist.« Neben den Weinen alteingesessener Weingüter finden sich in der hauseigenen Vinothek unter den rund 600 Positionen auch solche junger aufstrebender Winzer wie Richard Walzer, Erich Krutzler und Elisabeth Pichler oder die Weine von Arndorfer naturnah, die biologisch in der Traubenerzeugung und schonend in der Verarbeitung produziert werden und von satter Restsüße sind.

Die wirkliche Kompetenz einer Weinhandlung sehe man, so Raimund Katterbauer, aber an den internationalen Positionen, und so finden sich im Magazin Highlights aus den unterschiedlichsten europäischen Regionen: Deutscher Spitzenriesling und Schätze aus dem Burgund und Bordeaux etwa. Ein, zwei spezielle Weinverkostungen finden derzeit pro Woche statt. Wir lassen den gelungenen Besuch bei einem Glas Sauvignon Blanc von Verus aus Slowenien ausklingen – auch so ein Geheimtipp, den man in Salzburg nur hier zu kaufen kriegt. Ein Bouquet aus Schwarzen Johannisbeeren umschmeichelt uns, und wir genießen – auch das ist erwähnenswert – die ausgezeichnete Musikauswahl. Man merkt, dass hier nicht nur Kulinarik- und Wein-, sondern auch Musikliebhaber am Werk sind.

Ein Seminarraum mit Leinwand und Beamer steht im Obergeschoß übrigens für Produktpräsentationen, Lesungen oder Meetings jeder Art zur Verfügung, wobei der Raum von intimer Runde bis Kinobestuhlung auf die jeweils gewollte Situation adaptierbar ist.

Essen, trinken, probieren, kaufen – im Magazin lässt sich unterschiedlichen Tageszeiten mit unterschiedlichen Freuden begegnen. Genuss kennt keine Schublade. Eines sollte man jedoch auf jeden Fall tun, bevor man das Magazin verlässt; man sollte sich unbedingt noch mit Sardinen von »La belle Iloise« aus der Bretagne eindecken. Die sollten in keinem Haushalt fehlen, der sich gourmetaffin nennt. Aber jede Wette, auch die werden Sie teilen müssen.

 

magazin
Augustinergasse 13, Tel. 0662 84 15 84, www.magazin.co.at
DI – SA 10.00 – 24.00 Uhr, warme Küche 10.00 – 22.00 Uhr

FOTOS Andreas Kolarik, Kitchen Story; TEXT Markus Deisenberger

(Visited 15 times, 1 visits today)