Eine knusprige Bauernente mit Semmelknödel ist eigentlich nie ein Fehler. Wenn sie wie im Gasthof Goldgasse vom Hagger Conrad, dem wohl berühmtesten barocken Kochbuch, inspiriert zubereitet wird, gerät sie allerdings zu einem richtigen Erlebnis.

Einmal pro Monat wird im Gasthof Goldgasse ein vom legendären Hagger Conrad inspiriertes Gericht auf die Karte gesetzt. Für die Weihnachtszeit hat sich Küchenchef Philippe Sommersperger nun etwas wirklich Besonderes einfallen lassen. Dabei klingt eine knusprige Bauernente mit Blaukraut und Serviettenknödeln erst einmal klassisch. Sie ist es ja auch, der Teufel aber steckt wie immer im Detail: Die Ente nämlich wird im Ganzen mit einer Fülle aus Zwiebeln, Mandarinen, Äpfeln, Liebstöckel und anderen Gewürzen in den Ofen geschoben. Während des Bratens gibt die Fülle dann nicht nur einen wunderbar süß-sauren Geschmack an das Fleisch ab, danach wird sie auch noch gemeinsam mit den Karkassen für eine herrlich mollige, mit Portwein verfeinerte Sauce verwendet. Raffiniert.

Das Rezept für die Semmelknödel stammt aus dem berühmten Kochbuch, von dem sich übrigens ein Exemplar in einem aufgehängten Schaukasten im Restaurant Gasthof Goldgasse befindet. Die Besonderheit besteht darin, dass die Knödel mit schaumiger Butter und aufgeschlagenem Eiweiß zubereitet werden, was ihnen innen eine besonders luftige Konsistenz verleiht, während sie außen – auch durch die Menge der Butter bedingt – goldbraun und fast schon knusprig werden. »In der Weihnachtszeit ist das schon O.K.«, beruhigt Chefkoch Sommersperger alle Kalorienbewussten. Überhaupt werde das Thema Knödel in der kommenden Zeit groß geschrieben, so der Chefkoch. Etwa in der wunderbaren Ochsenschwanz-Consommé, in der sich neben Pastinaken ein »barocker Knödel« als Einlage findet, der neben den üblichen Zutaten auch fein eingearbeitete Stücke vom Ochsenschwanz enthält. Ein Erlebnis. Oder beim je nach Angebot mit Steinpilzen oder Kräuterseitlingen und einem herrlichen Brezenknödel servierten Gamsgulasch. Aber auch die gebackenen Apfelknödel, seit ihrem sommerzeitlichen Hoch wiederholt von Gästen eingefordert, haben wieder auf die Dessertkarte gefunden. Mit Vanillesoße und gesalzenem Karamelleis serviert sind sie eine Sünde, die allein jede Reise in die Goldgasse wert ist. Versprochen.

 

Gasthof Goldgasse
Goldgasse 10, Tel. 0662 84 82 00, www.gasthofgoldgasse.at
ÖFFNUNGSZEITEN: Täglich von 12.00 – 23.00 Uhr, warme Küche 12.00 – 22.00 Uhr

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