Bei Famler Einrichtungen hat man es geschafft, aus einem Job eine Herzensangelegenheit und aus einer Leidenschaft ein Geschäft zu machen. Im Gespräch mit Laura Famler.

Wer sind eure Kunden, wo sind sie zu Hause?
Wir sind primär im Privatsektor unterwegs, gestalten Häuser oder Wohnungen, aber auch einzelne Räume, gerne Küchen! Besprechungsräume in Büroetagen oder Loungen: Auch das fällt in unseren Wirkungskreis. In der Hotellerie trifft man uns nur bedingt: 120 Zimmer einzurichten, die allesamt ident sind, ist nicht unsere Liga. Verwurzelt sind wir dabei in Salzburg. Für unsere Salzburger Kunden haben wir aber auch schon in anderen Bundesländern oder jenseits der rot-weiß-roten Grenzen Projekte ausgeführt.

Famler bietet maßgeschneiderte Raumkonzepte, hochwertige Markenmöbel und Handwerk aus der eigenen Tischlerei. Apropos: Was entsteht denn in Tagen wie diesen in eurer Werkstatt?
Wandpaneele, Sideboards, Möbel, die zu Raumteilern werden: Unseren Tischlern wird an sich nie fad. Derzeit entsteht dort eine Ankleide. Hört sich lapidar an, ist aber das glatte Gegenteil: Die Schrankfronten werden mit einem speziellen Leder bezogen und mit Ziernägeln beschlagen. Die Messinggriffe hat ein Gürtler extra angefertigt. Jedes Stück ist also ein Unikat, das gibt’s nirgendwo ein zweites Mal. Für uns ist das trotzdem nichts Neues: Wir sind auf Sonderlösungen spezialisiert.

Handarbeit bedeutet Aufwand. Was ist in eurer Tischlerei besonders arbeitsintensiv?
Arbeits- und zeitintensiv ist vor allem die Bearbeitung der Oberflächen, also das Lackieren, Ölen und Bürsten. Füllen, grundieren, wiederholt lackieren und dazwischen immer wieder abschleifen: Das ist Handarbeit, die sehr viel Können erfordert, zig Arbeitsschritte verlangt.

Ihr habt mit Minotti, Rolf Benz, Walter Knoll, Eggersmann oder Poliform sehr exklusive Marken im Portfolio …
Exklusiv heißt für mich vor allem: verlässlich, flexibel, zeitlos! Diese Marken sind so gut, weil sie auf den Famler und damit auf unsere Kunden eingehen – also auch Sonderwünsche umsetzen – und in ihrer Qualität unschlagbar sind. Qualität und Nachhaltigkeit sind uns sehr, sehr wichtig. Wenn etwas nichts kostet, darf man sich nicht wundern, wenn es nach vier oder fünf Jahren ausrangiert werden muss und man neuerlich ins Geldbörsl fasst.

Welchen Trend erkennst du in der Innenarchitektur?
Versteckte Stauräume; Möbel, die nicht als solche erkennbar sind, stattdessen eine Raumstruktur erzeugen (wie das oft bei Küchen der Fall ist): Der Trend geht hin zur Reduktion, und das bei voller Funktion. Gepaart wird diese Zurücknahme mit speziellen Details: Schöne Grifflösungen, Schattenfugen, eine indirekte Beleuchtung oder die Kombination verschiedener Materialien werten das Arrangement zusätzlich auf. Ich gestalte also über den Innenausbau den Raum, ohne dass ich noch allzu viele Möbel brauche. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Bücher keine wichtige Rolle mehr spielen.

Was würdest du an deiner Wohnung gerne verändern? Was wünschst du dir?
Mir gefallen textile Bespannungen an Wänden, darum hätte gerne selber eine Strukturtapete. Farblich müsste die allerdings sehr dezent sein.

 

Famler Einrichtungen Ges. m. b. H.
Haydnstraße 16, Tel. 0662 87 46 40-0, www.famler.at

FOTOS Gabriel Büchelmeier, Angi Huber

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