Brustkrebs – ein Thema, über das noch immer zu wenig gesprochen wird, das aber immer mehr Frauen betrifft. Vision.Salzburg im Interview mit einer betroffenen Patientin und den sie begleitenden Ärzten Papp & Papp im Medicent.

✦ Frau Bocan, der positive Befund liegt jetzt mehr als 5 Jahre zurück und nach Brustamputation und Wiederaufbau sowie Hormonthera- pie gelten Sie nun als austherapiert und geheilt. Können Sie uns bitte kurz Ihren Krankheitsverlauf skizzieren und erklären, warum Sie sich als Wienerin für eine Brustrekonstruktion bei Papp & Papp entschie- den haben.
Bei einer Routineuntersuchung wurde ein gutartiger Knoten in der Brust festgestellt, welchen ich operativ entfernen lassen wollte. Während der OP wurde aber festgestellt, dass sich hinter dem gutartigen Knoten ein Tumor befand. Ich ging also mit der Erwartung eines kleinen Eingriffes in den OP und erwachte aber mit nur einer Brust. Nachdem ich mich mit nur einer Brust nicht als komplette Frau gefühlt habe, wollte ich so schnell wie möglich eine Rekonstruktion. Einer meiner Bekannten, der plastische Chirurg Dr. Knabl in Wien, hat mir anschließend Prof. Papp als einen der besten Spezialisten in Europa empfoh- len. Ich fühlte mich sofort wohl hier in Salzburg. Nach dem Abwägen aller Möglichkeiten kam für mich ein Stiellappen nicht in Frage, und wir einigten uns auf einen freien Lappen mit Gewebe vom Bauch.

✦ Dr. Alexander Papp, mit Frau Bocan wurden mehrere Möglichkeiten besprochen. Können Sie uns bitte aufklären, welche Behandlungsmöglichkeiten es zum Brustaufbau gibt?
Das hängt immer von der Größe des Tumors ab. Wenn er nur sehr klein war und nur wenig Drüsengewebe entfernt wurde, kann man mit Implantaten arbeiten oder manchmal sogar mit einer Eigenfettfüllung. Wenn jedoch sehr viel Drüsengewebe entfernt wurde, dann bekommt man mit einem Implantat kein kosmetisch zufriedenstellendes Ergebnis. Mann greift zu Eigengewebstransplantationen, um die Haptik wiederherzustellen. Dieses Gewebe kann durch zwei Methoden gewonnen werden, entweder durch einen freien Lappen oder einen Stiellappen. Primär ist die klare Guideline, dass bei bestrahlten Patientinnen mit Eigengewebe aufgebaut werden sollte und bei allen anderen auch ein Implantat eingesetzt werden kann.

✦ Herr Prof. Papp, Sie sind als einer der Spezialisten für freie Lappen und Stiellappen in Österreich bekannt. Was ist der Unterschied zwischen den zwei Operationsmethoden?
Ein Stiellappen ist ein Stück Gewebe, welches an einem Gefäß gestielt bleibt, und einfach verrutscht wird. Bei der Brust wird dafür ein Stück Haut genommen, das sich am Rücken unterhalb der Achseln befindet und man klappt es mehr oder weniger nach vorne und formt es. Ein freier Lappen ist ein Gewebe, das von einer beliebigen Stelle des Körpers genommen wird, meist vom Gesäß oder Bauch, dann zur Brust geformt wird und schließlich an das Gefäßsystem mikroskopisch angeschlossen wird. Diese Methode ist aber mit einem größeren Risiko für Komplikationen verbunden.

✦ Dr. Alexander Papp, was ist bei der OP selber wichtig?
Wir bieten ein Gesamtkonzept an, das weit über die Operation hinausgeht und holen die Patientin da ab, wo sie steht. Den wenigsten Patientinnen ist anfangs bewusst, wie groß dieser Eingriff ist, und deshalb ist es wichtig mehr zu sein, als nur der Arzt der operiert. Die Patientin wird psychologisch betreut und schon im Vorfeld gut auf die Operation vorbereitet, teilweise auch mit Ernährungsprogrammen und nachher mit Infusionen, welche die Wundheilung und die ganzheitliche Gesundheit fördern und den Körper entgiften. Für einen erfolgreichen Verlauf solcher Operationen ist immer auch die Geschwindigkeit und die Art zu operieren ausschlaggebend, und da kann ich nur sagen, dass ich ein riesiges Geburtsglück hatte, denn ich konnte in den letzten Jahren von sehr vielen tollen Chirurgen lernen, aber die Methode meines Vaters ist einzigartig. Ich kenne niemanden, der mit Gewebe so umgeht wie mein Vater. In Deutschland z.B. dauern die Operationen 7–8 Stunden, während mein Vater dafür nur etwa 4–5 Stunden braucht.

✦ Welche der oben angeführten Operationstechniken bevorzugen Sie?
Das ist von Patientin zu Patientin verschieden. Abhängig von der Krankheitsgeschichte verwenden wir Implantate oder eben auch Rekonstruktionen mit Eigengewebe. Wir bieten alle Behandlungsmethoden an und suchen gemeinsam mit der Patientin die für sie beste Operationsmethode aus.

✦ Frau Bocan, könnten Sie uns bitte schildern, wie Ihre Erfahrung mit dem Behandlungsteam in Salzburg war?
Nach einem ausführlichen Gespräch wurde die für mich richtige Behandlungsmethode fixiert, und das gab mir auch wieder ein Gefühl der Sicherheit. Die Betreuung war sehr kompetent und freudlich, und als dann die Rekonstruktion abgeschlossen war, fühlte ich mich wieder als eine echte Frau mit einem Dekolleté. Ich danke noch heute dem gesamten Team dafür.

✦ Frau Bocan, der positive Befund liegt jetzt 5 Jahre zurück. Im Nach- hinein betrachtet, was würden Sie anders machen?
Ich würde auf alle Fälle eine psychologische Betreuung in Anspruch nehmen, und zwar nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie, denn es schlummert im Kopf des Mannes und der Kinder. Es wurde mir zwar angeraten, aber ich habe es damals als nicht notwendig erachtet. Ich rate allen Betroffenen, sich so schnell wie möglich einen kompetenten Arzt für den Wiederaufbau zu suchen, wenn möglich noch vor der Amputation.

✦ Liebe Frau Bocan, sehr geehrte Herren Prof. Dr. Papp & Dr. Papp, wir danken sehr herzlich für das Gespräch.

 

Über Papp & Papp:

Zwei plastische Chirurgen mit einem breiten Spektrum an Erfahrung in der Rekonstruktion sowie einem ganzheitlichen Konzept bei der Behandlung von Krebspatienten.

PAPP UND PAPP, MEDICENT
Innsbrucker Bundesstraße 35, Tel. +43 662 90 10 31 00, www.drpapp.at

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