Die Adventzeit und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest wären ohne köstliche Kekse wohl undenkbar. Bäckermeister Josef Funder weiß, wie man die kleinen Verführungen perfekt auf das Backblech zaubert.

Im Familienbetrieb der Bäckerei im Salzburger Nonntal duftet es bereits beim Eintreten frühmorgens verführerisch nach allerlei Gebäck, Brot und natürlich… nach Keksen. Auch wenn Josef Funder das ganze Jahr über fast alle Kekssorten anbietet, ist die Nachfrage gerade in der Vorweihnachtszeit natürlich besonders groß. Seine Waren stellt er selbst her, aus regionalen, natürlichen Zutaten, darauf ist er stolz. »Viele fragen mich, was ich in meine Produkte gebe. Ich sage dann immer: Was gebe ich nicht hinein?«, so der Bäcker. Denn es braucht nicht viel, um die Köstlichkeiten herzustellen. Keine Fertigmischungen, keine Chemie, einfach nur Natur pur. Viele seiner Keksgebäcke sind nach alten Haus- und k.u.k.-Rezepten erstellt. Und da zeigt sich dann auch der bodenständige Charakter des Familienunternehmens, das seit 1957 an diesem Standort vertreten ist.
Während ich auf Herrn Funder warte, darf ich in der Küche des angeschlossenen Wohnhauses mit der Seniorchefin sitzen, ihr beim Wildkochen für das Mittagessen zuschauen und mit ihr plaudern. »Die traditionellen Bäcker werden ja immer weniger. Da muss dann die Qualität, das Klima im Betrieb und der Umgang mit den Kunden schon passen«, sagt sie und gießt noch ein wenig mehr Rotwein in den Topf. Nach ein paar Minuten liegen dann in der gemütlich warmen Backstube mit den schönen, geflochtenen Brotkörben auf Regalen unter der Decke die langersehnten Schätze frisch gebacken vor mir, während der Meister noch letzte Hand anlegt. Vanille- und Nougatkipferl, die unvergleichlichen Butterkekse, Köstlichkeiten mit Muskat und Zimt, Hausfreunde mit Fruchtstücken und Nüssen und die wunderbaren Spitzbuben mit Ribiselmarmelade: Gaumenfreuden wohin das Auge auch blickt. Während draußen im Verkaufsraum das Tagesgeschäft seinen Lauf nimmt, Kunden mit Namen begrüßt werden und noch die eine oder andere Minute bei Kaffee und Plauderei dem Alltag abgezwickt wird, darf ich hinten im Allerheiligsten die ofenfrischen Kekse verkosten. Schöne Kindheitserinnerungen werden da in mir wach, und der Gedanke an Weihnachten nimmt wieder wohlig warme Gestalt an. Selbst nach dem Verlassen der Bäckerei Funder umschmeichelt das wunderbare Aroma der Kekse die Sinne noch einige Zeit in den Tag hinein. Besser lässt es sich kaum auf das Christkind warten!

 

Linzer Augen

1 Ei
25 g Vanillezucker
etwas Zitronenschale
Prise Salz
200 g Butter
100 g Staubzucker
320 g Weizenmehl glatt
Marillen- oder Ribiselmarmelade
zum Füllen

Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig kneten und für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank geben, auf leicht bemehlter Tischplatte ca. 4 bis 6 mm dick ausrollen und mit einem kleinen Linzeraugen-Ausstecher ausstechen (Achtung, abwechselnd mit und ohne Löcher), bei ca.185 Grad Ober-Unterhitze 11 bis 13 min backen, auskühlen lassen und mit Marmelade füllen und zusammenkleben.

Gutes Gelingen!

 

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